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Praxisbericht: Samsung Gear Live Smartwatch mit Android Wear

Seit Anfang Juli sind die ersten Smart­wat­ches mit Googles neuem Wearables-Betriebssystem Android Wear auf dem Markt. Samsung hat seine Gear-Serie mit der Live erwei­tert und macht zusammen mit der G Watch von LG die ersten Schritte mit Wear. Noch befinden wir uns in einer ganz frühen Phase. Doch schon jetzt zeigt sich im Alltag, was Smart­wat­ches in der Zukunft leisten können.

DIE ERSTEN SCHRITTE MIT DER SMARTWATCH

Im Juli wurden die ersten Exem­plare der Samsung Gear Live ausge­lie­fert;  im Google Play Store für 199 Euro bestellbar. Die G Watch war bereits Anfang Juli lieferbar. Moto­rola hat bereits seine Moto360 ange­kün­digt, die sehr stilis­tisch wirkt, aber noch nicht verfügbar ist.

Gear Live Unboxing

Ich habe mich für die Gear entschieden und so kann ich als Early Adopter ran und für WE ARE AR Erfah­rungen sammeln. Samsungs Smart­watch wird mit mit einer Bedie­nungs­an­lei­tung und einem Lade­ad­apter gelie­fert, mehr ist nicht notwendig. Die Uhr einschalten, am Smart­phone (Galaxy S4) die App “Android Wear” starten, ein paar wenige Einstel­lungen vornehmen und fertig ist die Einrich­tung. Schon poppen die ersten Google-Now-Karten und Meldungen auf – vom Smart­phone per Blue­tooh gesendet. Wie das aussieht, zeigt das kurze Video.

WIE KOMMEN DIE INFOS AUF DIE SMARTWATCH?

Die Meldungen kommen direkt von den Apps auf das Smart­phone – genauso wie von Google Now. Ein Wisch nach rechts löscht die Karte. Der Wisch nach links führt zur nächsten Navi­ga­ti­ons­ebene. Viele Apps zeigen bislang nur die Option die ange­zeigte Meldung auf dem Telefon zu öffnen. Die Wetter-App “iWea­ther” wiederum bietet eine Vorher­sage für den Tag sowie einen Ausblick auf die nächsten drei Tage. Xing bietet die Möglich­keit per Sprach­ein­gabe Nach­richten zu diktieren. Schritt für Schritt wird diese Navi­ga­ti­ons­ebene in Zukunft mit Details versorgt werden.

Gear Live Meldungen

Die Anzahl der Apps ist noch über­sicht­lich, das wird sich aber schnell ändern. Aus der Wear-App heraus erreicht man die verfüg­baren Anwen­dungen für Smart­wat­ches. Aller­dings findet sich nicht alles in dieser Kate­gorie, was an Apps verfügbar ist. Leider machen sich bereits viele Entwickler an neue Apps oder über­ar­bei­tete Versionen ohne die Deve­l­oper Guides von Google zu berück­sich­tigen. Schnell zusam­men­ge­schus­tert und ohne Nutzen. Das ist nicht im Sinne von Android Wear, das trotz Open Source etwas mehr Wieder­erken­nung und Bedien­logik bringen soll. Eine nütz­liche Apps ist beispiels­weise der Wear Mini Laun­cher, der alle instal­lierten Apps über­sicht­lich anzeigt. Wear Volume lässt einen ganz bequem die Laut­stärke des Smart­phones ändern – sehr prak­tisch beim Musik hören.

Sehr schön umge­setzt ist beispiels­weise Runtastic, das die Smart­watch mit den wesent­li­chen Infor­ma­tionen wie Zeit und Strecke versorgt. Das zeigt, wie Android Wear in Zukunft zum Einsatz kommt. Es ist kein weiteres Gerät mit eigenen Apps und auch keine hoch­be­stückte Hard­ware erfor­der­lich. Wenn ich im Meeting sitze und durch einen schnellen Blick oder das Vibrieren der Uhr mitbe­komme, welche Nach­richten eingehen, dann reicht mir das völlig. Will ich mehr wissen, kann ich das auf dem Smart­phone tun. Deshalb hat der Ansatz von Google für mich eine große Zukunft. Mein S4 bleibt mitt­ler­weile in der Tasche bis ich morgens im Office bin. Alle wich­tigen Neuig­keiten weiß ich da bereits.

DIE GEAR LIVE IM ALLTAG

Groß ist sie, das stimmt. Aber nicht klobig. Samsung ist nicht als Design­schmiede bekannt, dennoch sieht die Gear Live vernünftig aus. Der Trage­kom­fort ist über­ra­schend gut, sehr bequem. Wenn es warm ist, dann bringt einen das Kunststoff-Armband wie bei Sportuhren zum Schwitzen. Nutzt man die Smart­watch viel – Navi­ga­tion, Sport, etc. – dann ist der Akku am Abend leer. Ich habe sie auch schon zwei Tage lang ohne Aufladen am Arm gehabt. Da müssen die Hersteller in den nächsten Gene­ra­tionen nach­bes­sern. Und vor allem müssen sie das Auftanken verein­fa­chen. Noch ein Kabel und bei Samsung auch noch ein spezi­eller Adapter (siehe Bild oben rechts). Kein Micro-USB weil die Gear Live und die G Watch wasser­dicht sind. Das ist zu aufwändig.

Gear Live Runtastic Navi

Wird die Uhr nicht genutzt, bleibt das Display gedimmt und zeigt die Uhrzeit sowie in einer Vorschau die aktu­ellste Notiz an. Ein Klick auf das Display oder einfach drauf­schauen akti­viert die Watch – sie erkennt die typi­sche Hand­be­we­gung. Das Amoled-Display ist sehr gut lesbar, solange man nicht in unmit­telbar in der Sonne steht. Dann muss man die Hand darüber halten, um etwas lesen zu können. Die News-Karten werden mit den Fingern geblät­tert, alles andere geht per Sprache. Und das funk­tio­niert gut. Es fiel mir leichter eine Navi­ga­tion zu starten als beispiels­weise mit der Google Glass. Die Sprach­ein­gabe “Route nach Salz­burg” lässt das Smart­phone die Navi­ga­tion berechnen und gibt die Befehle auf der Uhr aus. Benach­rich­ti­gungen erfolgen per Vibra­tion, Sprach­aus­gabe gibt es keine. So lassen sich unter anderem SMS und E-Mails schreiben, Termine und Erin­ne­rungen setzen, Wecker einstellen und nach dem Wetter fragen. Auch normale Google-Suche funk­tio­niert mit der Smart­watch wie auf dem Smart­phone, nur ohne die Sprachausgabe.

Gear Live Spracheingabe 

MEHRWERT ODER SPIELEREI?

Das zeigt allein schon das Inter­esse der Menschen in meinem Umfeld: Mehr­wert. Selbst weniger technik-begeisterte Menschen sehen für sich nütz­liche Anwen­dungen und Erleich­te­rungen, sobald man ihnen erklärt, wie die Smart­watch funk­tio­niert. Nicht vergessen: Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Möglich­keiten. Die Akzep­tanz für eine Smart­watch wird um ein Viel­fa­ches größer sein als für eine smarte Brille a lá Google Glass.

Google muss an der Idee fest­halten, die Guide­lines für Wear durch­zu­setzen und damit auch auf den Nutzen und die Usabi­lity für die Anwender zu achten. Ich habe ein Samsung Smart­phone und eine Smart­watch. Aber bitte, Samsung: Lasst Eure eigenen Apps draußen und versucht nicht Android Wear durch eigene Ober­flä­chen zu ruinieren. Android Wear funk­tio­niert gut und die Bedien­logik ist sehr einfach und intuitiv. Ein paar weitere Einblicke gibt es im Video von Engagdget.

AUGMENTED REALITY UND SMARTWATCHES

Seit den Smart­glasses wird Augmented Reality häufig in Zusam­men­hang mit Weara­bles gebracht. Das zeigt, wie Tech­no­lo­gien und Devices in der Zukunft mitein­ander verschmelzen. Immer mit dem Fokus, uns das Leben und die Arbeit einfa­cher zu machen und kontext­be­zo­gene Infor­ma­tionen zu liefern.

Die neuen Gene­ra­tionen, wie die G Watch und die Gear Live, haben keine Kamera an Bord. Damit ist zunächst mal kein Einsatz für AR in Sicht. Aber auch mit Kamera wären die Möglich­keiten recht einge­schränkt. Google hat aber schon selbst die Antwort gegeben: Fern­steue­rung. Die Kamera-App von Google lässt sich mit der Smart­watch fern­steuern – der Selbst­aus­löser 3.0. In der vernetzten Welt lassen sich Infor­ma­tionen für AR-Anwendungen auf der Smart­watch anzeigen. Noch besser wird es sein, die Anwen­dungen auf dem Tablet von der Uhr aus zu steuern. Wie das funk­tio­nieren kann zeigen wir in einem der nächsten Posts.

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2 thoughts on “Praxisbericht: Samsung Gear Live Smartwatch mit Android Wear”

  1. Hallo,
    muss ich beim laufen das Smart­phone dabei haben? Wäre schön wenn man das im Auto liegen lassen könnte und die App z.B runtat­stic autonom alle rele­vanten Daten aufzeichnet und später an das Smart­phone schickt.Theoretisch müsste das doch gehen da die Uhren alle rele­vanten Sensoren bereits inte­griert haben.
    Würde mich über eine Antwort freuen
    Viele Grüße
    Marcus

    1. Hallo Marcus,

      bei der aktu­ellen Gene­ra­tion an Android Wear-Geräten musst Du das Smart­phone dabei haben. Alle Infor­ma­tionen kommen vom Mobil­gerät, wo auch die Apps instal­liert sind. Die Gear Live hat z.B. kein GPS-Modul.
      Google arbeitet an einem Wear-Update, mit dem künftig manche Funk­tionen (z.B. Musik­player) auch ohne das Smart­phone möglich sind. Aller­dings gibt es zumin­dest bei den Wear-Devices momentan noch keines, das
      GPS an Bord hat (Sony hat einse ange­kün­digt). Das ist aber nur eine Frage der Zeit. Die nächsten Gene­ra­tionen werden genau das bieten, was Du suchst. Das Update ist auch in diesem Artikel beschrieben:
      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Update-fuer-Android-Wear-Smartwatches-GPS-und-Musik-ohne-Handy-2357026.html

      Bei Fragen kannst Du dich gerne melden.
      Viele Grüße,
      Dirk

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