Lernen Digital: Augmented Reality für Kids

Glän­zende Augen verfolgen, wie sich die flinken Finger über den Bild­schirm des iPads bewegen. Gerade noch hat ein Fingertip gereicht, um eine App zu öffnen. Jetzt wischen die Finger hin und her und greifen nach etwas. Sehr geheim­nis­voll sieht das aus, was der kleine Nico mit seinen Händen macht. Das iPad jeden­falls scheint jede seiner Bewe­gungen zu verstehen.

Schauen, Hören, Drehen, Tasten und Drücken – so entde­cken wir unsere Welt.

In der Erwach­se­nen­sprache spre­chen wir von Seh-, Hör- und Tast­sinn. Wir lernen also von Klein auf viel in visu­eller Form und wollen Dinge auspro­bieren. Und später müssen wir dann Texte und Bücher lesen und in Schule und Uni Mono­loge über­stehen. Warum bleiben wir nicht bei den inter­ak­tiven Elementen mit Erleb­nis­faktor? Warum haben wir keine glän­zenden Augen, wenn wir eine endlose Excel-Liste lesen müssen?

Visualisierung ist Trumpf

Die verfüg­baren Visualisierungs-Möglichkeiten bewirken, dass Themen schneller erlernt werden können und gleich­zeitig ein inter­ak­tives Erlebnis statt­findet. Das weckt den Spiel­trieb, der in uns allen steckt.

Cars Augmented Reality Buch

Reali­siert werden können derar­tige Visua­li­sie­rungen mit Augmented Reality – kurz AR. AR kommt in immer mehr Berei­chen zum Einsatz. Von der Indus­trie, über Architektur- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft, bis zu Kunst und Kultur, um nur einige Beispiele zu nennen. Damit können Daten, Objekte und Projekte gezeigt und erklärt werden. Vor allem die Erwei­te­rung gedruckter Medien mit visu­ellen Inhalten erfährt große Begeisterung.

Kinder lernen heute anders

Wer sich die heutigen Gene­ra­tionen der Kids anschaut, wie sie iPad und Computer bedient kommt ins Staunen. Das sieht intuitiv und ange­boren aus. Während wir bisher Bücher gewälzt haben, um das Troja­ni­sche Pferd zu verstehen, reicht jetzt ein Blick ins iPad. Mit der Visua­li­sie­rung von Augmented Reality ist beides möglich – Buch und iPad. Das Buch als hapti­sches Produkt mit seinen raschelnden Seiten hat die Inhalte und fühlt sich ange­nehm an. AR erweckt das Buch zum Leben und lässt das Troja­ni­sche Pferd erscheinen. Wie viele Römer passten da rein und wie sah das innen aus? Die Finger drehen das Pferd in alle Rich­tungen und gewähren uns einen Blick ins Innere. Erste Bücher sind erhält­lich, auch wenn die Umset­zungen die tech­no­lo­gi­schen und insbe­son­dere die didak­ti­schen Möglich­keiten noch nicht ausschöpfen. Das Pixar-Movie “Cars” beispiels­weise kann als Buch mit erwei­terten Inhalten genutzt werden.

Beispiele für digitales lernen mit Augmented Reality

Ein schönes Beispiel wie verschie­dene Lern­ef­fekte kombi­niert werden können zeigt das Bastel-Kit “Light-Up” der Stan­ford Graduate School of Educa­tion. Die Kids lernen etwas über Elek­tri­zität, in dem sie eine Schal­tung mit magne­ti­schen LED-Bausteinen verknüpfen. Ist alles zusam­men­ge­baut können sie ihr Smart­phone darüber halten und sehen, wie der Strom läuft. So soll Strom haptisch und inter­aktiv erklärt werden.

Augmented Reality Bastel Kit

 

Die Wirt­schafts­kammer Tirol hat für Messe­auf­tritte ein inter­ak­tives Rätsel mit Wissens­ver­mitt­lung über Berufe im Einsatz. Schüler müssen eine gewisse Anzahl von Berufen erraten, die alle für den Bau eines Hauses notwendig sind. Sind alle gefunden werden die Schüler mit einem 3D-Modell der Baukammer belohnt, das sie aus verschie­denen Perspek­tiven betrachten können. Spie­le­ri­sche und inter­ak­tive Elemente mit Faszi­na­tion zu begeis­ternden Lern­welten kombiniert.

Wirtschaftskammer Tirol - Lernen mit Augmented Reality

Im nächsten Beispiel erwei­tert der kana­di­sche Anbieter Fun Maps for Kids eine Welt­karte mit Augmented Reality und macht sie inter­es­santer und erleb­barer. Das Video zeigt, dass die einfache Karte an der Wand viele Geschichten erzählen kann.

 

Was bedeutete das für die Lernpädagogik?

Eltern stellen sich die Frage, ob der Tech­nik­konsum ihre Kinder nicht über­for­dert. Wie viel ist genug und wie lässt es sich eingrenzen? Die Welt der Medien und Tech­no­logie hat sich verän­dert und mit ihr auch das Inter­esse der Kids an Smart­phones und Tablets. Beson­ders in einer Zeit, die von einer stetigen Zunahme an Medien geprägt ist und Kinder wie Erwach­sene einer Infor­ma­ti­ons­flut ausge­setzt sind, zeigen sich die Vorteile von Augmented Reality. Vieles kann visuell einfa­cher aufge­nommen und mit größerer Begeis­te­rung verstanden werden. Lernen wird zu einem Erlebnis und hat einen viel größeren Spaß­faktor mit all seinen inter­ak­tiven Formen. Natür­lich ersetzt das nicht die Realität und den Bolz­platz. Denn Kicken lernt man nicht im Wohn­zimmer. Wer aber z.B. mehr über histo­ri­sche Gescheh­nisse und Bauten lernen möchte, kann dies nicht vor der Haustür und dafür hilft die Visualisierung.

Unsere Bildungs­sys­teme sind noch nicht vorbe­reitet auf diese neue Art des Lernens. Die Kombi­na­tion der verfüg­baren Tech­no­logie mit didak­ti­schen Konzepten zur Darstel­lung neuer Lern­welten, stellt die Bildungs­träger vor neue Heraus­for­de­rungen, wie es Erich Herber von der Donau-Universität Krems in seinem Artikel “Augmented Reality – Ausein­an­der­set­zung mit realen Lern­welten” beschreibt. Demnach sind neben den Anfor­de­rungen an die Konzep­tion und Reali­sie­rung neuer Bildungs­kon­zepte auch Inves­ti­tionen in die Ausbil­dung der Lehr­kräfte erfor­der­lich. Es wird also noch seine Zeit brau­chen, bis Augmented Reality als selbst­ver­ständ­li­ches Lehr­me­dium zur Verfü­gung steht.

Fazit

Was wir sehen und selbst erleben können, nehmen wir besser wahr und haben mehr Spaß dabei. Ein Magazin oder Buch ist gedruckt und der Inhalt unver­än­derbar. Da schafft AR Verän­de­rung. Denn Inhalte und Themen können aktua­li­siert und ergänzt werden und lassen die Papier- und Tech­nik­welt zusam­men­wachsen. Das digi­tale Lernen ist also nur eine der vielen Möglich­keiten. Augmented Reality berei­chert jedes gedruckte Werk und lässt auch die Augen der Erwach­senen glänzen. Was für Kinder das digi­tale Lernen ist, bedeutet für die Erwach­senen digi­tale Aus- und Fort­bil­dung. Der Auto­mo­bil­her­steller BMW geht noch einen Schritt weiter. BMW setzt Augmented Reality in der Form des “Work Based Learning” in den eigenen Ausbil­dungs­stätten ein. Die Auszu­bil­denden lernen auf inter­ak­tive Weise komplexe Systeme zu verstehen und zu repa­rieren. In diesem Fall nutzen sie für die Visua­li­sie­rung eine Daten­brille. Lernen macht Spaß? Augmented Reality macht´s möglich.

Macht´s gut bis zum nächsten Post,

Dirk Schart

Weiterführende Links:

Augmented Reality – Ausein­an­der­set­zung mit realen Welten
RE´FLEKT makes Augmented Reality work for students

Bild­quellen:

PAGE Online
RE´FLEKT GmbH
myToys

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