Augmented Windows REFLEKT HYPERLOOP

HyperMondrian – Augmented Reality für die digitale Vernissage

Am Anfang stand der Aufruf zu einem künst­le­ri­schen Beitrag auf dem Monitor-Digital-Festival in Mexiko, einem der bekann­testen Events für digi­tale Kunst in Latein­ame­rika. Heraus­ge­kommen ist eine App, die Kunst­werke mit digi­talen Elementen erlebbar macht: Hyper­Mon­drian. Der Name lässt bereits die Werke erahnen. Piet Mondrians Kompo­si­tionen inspi­rierten die Köpfe hinter dem Projekt, Diego und Melo Montoya aus Guada­la­jara in Mexiko – der eine Infor­ma­tiker und Digital Artist, der andere Künstler und DJ. 

HMondrian3

DIE IDEE HINTER HYPERMONDRIAN

“Was kann ich in 3D darstellen, das schon in der zwei­di­men­sio­nalen Form einen starken Ausdruck hat”, beschreibt Diego Montoya seine ersten Gedanken zur App. Denn die Idee, Kunst mit Augmented Reality zu erwei­tern ist eine Sache. Dabei auch künst­le­risch zu “ticken”, und nicht nur blind Tech­no­logie einzu­setzen, ist die andere. So schauten sich die beiden verschie­dene Werke an bevor es “Klick” machte. Diego war sofort angetan von Piet Mondrians Compo­si­tion with Large Red, Yellow, Black, Gray and Blue: “Das Bild ging mir direkt in den Kopf. Die Kompo­si­tionen im Neoplas­ti­zismus bieten sehr viel Raum für Perspektiven”.

HMondrian - Composition with Large Red

Ist Kunst nicht Kunst genug? Insbe­son­dere von einem Künstler wie Mondrian. Oder sind es gerade Mond­rinas Werke, die sich mit dem digi­talen Zeit­alter verschmelzen lassen. Genau der Künstler, der neue Stile schuf, dient jetzt als Grund­lage für inter­ak­tive Kunst.

Darin sehen Diego und Melo ihren Ansatz. Die Möglich­keit, Kunst neu zu entde­cken und neue Aspekte vorhan­dener Werke zu beleuchten. Kunst wird heute nicht mehr nur von tradi­tio­nell gese­henen Künst­lern, wie Malern oder Bild­hauern, geschaffen. Entwickler und Program­mierer ermög­li­chen uns eine digi­tale Kunst­welt, die gerade junge Menschen – die Digital Natives – anspricht. “Hyper­Mon­drian soll auch ein Signal an Menschen sein, die heute Kunst studieren. Neue Kompo­si­tionen kreieren und mit den zukünf­tigen Elementen spielen”, sieht Diego als wich­tige Botschaft an künf­tige Künstler.

PIETS WERKE MIT AUGMENTED REALITY

Piet Mondrian war ein Maler der klas­si­schen Moderne, 1872 geboren in den Nieder­landen, fand er später seine Heimat in New York. Er schuf die Stil­rich­tung des Neoplas­ti­zismus und gehörte mit seinen späteren Werken zu den Begrün­dern der abstrakten Malerei.

HMondrian Victory Boogie-Woogie

Diego und Melo Montoya war es wichtig, das Leben und die Ideen von Piet Mondrian in die digi­tale Kompo­si­tion einfließen zu lassen. Das Spiel mit Raum und Perspek­tive ist eine der Facetten von Hyper­Mon­drian. Beson­ders deut­lich wird der hohe künst­le­ri­sche Anspruch der Montoya-Brüder bei Victory Boogie-Woogie. Dieses Werk konnte Mondrian vor seinem Tod im Jahr 1944 nicht mehr vollenden.

Wer sein Smart­phone oder Tablet mit der HyperMondrian-App auf die Kompo­si­tion hält, der sieht wie die einzelnen Mosa­ik­steine aus dem Bild fallen. Die digi­tale Insze­nie­rung erzählt die Geschichte zum Werk und der Kunst-Konsument befindet sich in Mondrians Welt. Compo­si­tion with Large Red, Yellow, Black, Gray and Blue sowie Compo­si­tion with Lines sind weitere Bilder, die von Diego und Melo in 3D-Welten versetzt wurden.

 

WIE FUNKTIONIERT HYPERMONDRIAN?

“Einfach  die App instal­lieren und das Mobile Device auf die Bilder halten. Schon verwan­delt Hyper­Mon­drian die zwei­di­men­sio­nalen Bilder in animierte Räume und Gegen­stände”, sagt Diego Montoya und ergänzt: “Wichtig ist, dass der Anwender mit den Perspek­tiven spielen kann”. Die 3D-Modelle wurden von Melo Montoya mit der 3D-Software Maya erstellt und mit der Game-Engine Unity3D in Szene gesetzt. Als Tracking diente den Entwick­lern die Soft­ware von Vuforia, die sich beson­ders gut für die Erken­nung von geome­tri­schen Formen eignet, wie sie bei Mondrian zu finden sind. Diego und Melo Montoya haben die App in Zusam­men­ar­beit mit RE’FLEKT entwickelt.

Wesent­lich für die einfache Nutz­bar­keit war, dass die 3D-Szenen stabil darge­stellt werden, wenn sich der Anwender bewegt bzw. das Mobil­gerät dreht und neigt. Auch die Licht­ver­hält­nisse am Ausstel­lungsort beein­flussen das Zusam­men­spiel von Origi­nal­bild und den drei­di­men­sio­nalen Szenen. Auch die Zusam­men­ar­beit der Brüder musste gut orga­ni­siert sein. Diego ist in München bei RE’FLEKT, Melo in der Heimat in Mexiko.

Am besten Ihr probiert es selbst aus und inter­agiert mit den Werken von Piet Mondrian. Die Links unter dem Beitrag enthalten das Booklet, das die App erklärt und die Bilder enthält. Die App “HMon­drian” gibt es für iOS und Android.

 

WEITERFÜHRENDE LINKS

AR[t] Maga­zine, Issue 5: HyperMondrian

Hyper­Mon­drian Booklet

iOS – HMon­drian App

Android – HMon­drian App

Bild­quellen: Diego Montoya, Melo Montoya

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