Augmented Reality verwandelt Sport in ein Erlebnis

Endlich ist es geschafft – die Bayern haben die Cham­pions League gewonnen und uns gran­diosen Sport gezeigt. Dort­mund hat sich teuer verkauft und beide Teams haben gezeigt, dass der deut­sche Fußball jetzt nur noch auf den WM-Sieg 2014 wartet. Die mediale Bericht­erstat­tung war schon auf dem Niveau einer Welt­meis­ter­schaft. Nicht nur dass das Finale eine Woche lang auf allen Medi­en­ka­nälen file­tiert wurde, auch die anschlie­ßende Spiel­ana­lyse fand mit modernster Technik statt. 3D-Animationen und visu­elle Einblen­dungen in der Nach­be­trach­tung gehören mitt­ler­weile zum Stan­dard. Inter­es­san­ter­weise wurden aber in diesem Spiel keine der sonst häufig verwen­deten visu­ellen Zusatz­in­for­ma­tionen, wie z.B. bei Abseits­po­si­tionen oder Frei­stößen gezeigt.

Was hat das jetzt mit Augmented Reality zu tun?

Für all dieje­nigen, die sich nicht tagtäg­lich mit Augmented Reality beschäf­tigen, gibt es eine kurze Erklä­rung. AR verbindet virtu­elle oder digi­tale Objekte mit der realen Welt. Dabei wollen wir jetzt bewusst keine Diskus­sion über die Abgren­zung von Augmented Reality lostreten. Das Bild aus einer ZDF-Übertragung zeigt eine virtu­elle Abseits­linie, die ins reale Fußball­bild einge­blendet wird. Das stellt beispiel­haft eine einfache und typi­sche Anwen­dung von AR-Technologie dar. Auch wenn die Umset­zung einfach erscheint, so ist die funk­tio­nie­rende Anwen­dung der Tech­no­logie im Hinter­grund von vielen Details beeinflusst.

Augmented Reality zeigt eine Abseitsstellung an

Die Zuschauer erhalten bei Live-Übertragungen zusätz­liche Infor­ma­tionen. Bisher wurden die Einblen­dungen vom Sender in der jewei­ligen Situa­tion gezeigt. Schön wäre, wenn wir das in Zukunft selbst bestimmen könnten und ein indi­vi­du­elles und inter­ak­tives Fußball­spiel das Ergebnis wäre. Spie­ler­wechsel, Fouls und Tore schießen müssen wir aber wohl leider weiterhin den Akteuren auf dem Rasen über­lassen – obwohl wir als Hobby-Trainer bestimmt die besseren Entschei­dungen treffen würden. Augmented Reality hat die Fähig­keit eine stati­sche Über­tra­gung in ein inter­ak­tives Erlebnis zu verwan­deln. Ein weiteres Beispiel zeigt Mediatec mit ihrem EPSIO-System, das verschie­dene Einblen­dungen erlaubt.

Taktische Erklärungen mithilfe von Augmented Reality

Neben der Fußball­über­tra­gung auf dem Fern­seher gibt es viele weitere Spiel­felder für AR. Das beginnt bereits bei der Eintritts­karte, die aktu­elle Spiel­in­for­ma­tionen sowie die Mann­schafts­auf­stel­lung oder Spie­ler­in­ter­views zeigen kann. Ebenso können beispiels­weise Auto­gramm­karten digi­ta­li­siert und mit indi­vi­du­ellen Botschaften versehen werden. Das Ziel dabei ist ein stati­sches Produkt mit visu­ellen und inter­ak­tiven Elementen zu versehen und es gleich­zeitig mit Aktua­lität zu versorgen.

Sportarten außerhalb des medialen Fokus können mit Augmented Reality erklärt werden

Die bisher darge­stellten Beispiele sind alle aus dem Fußball. Dabei bieten sich für verschie­denste Sport­arten Einsatz­be­reiche an. Ähnlich wie beim Fußball werden auch beim American Foot­ball oder Eisho­ckey mitt­ler­weile zusätz­liche Infor­ma­tionen einge­blendet. Vor allem für unbe­kann­tere Sport­arten bietet es sich an, mit Augmented Reality Erklä­rungen zu liefern, damit die Zuschauer ein besseres Verständnis haben. Das folgende Bild zeigt, wie bei einer Segel-Meisterschaft die Regeln visua­li­siert und somit verständ­li­cher darge­stellt wurden.

AR macht neugierig

Vor allem große Sport­ver­an­stal­tungen wie Welt­meis­ter­schaften oder Olym­pi­sche Spiele lassen sich zu inter­ak­tiven Erleb­nis­welten verwan­deln, bei denen man mehr als nur Zuschauer ist. Voraus­set­zung dafür ist, dass ein Konzept entwi­ckelt wird und nicht ledig­lich einzelne Gimmicks ange­wendet werden. Augmented Reality kann in den unter­schied­lichsten Berei­chen zum Einsatz kommen. Die viel­fäl­tigen Möglich­keiten können diverse Ziele verfolgen, wie z.B.:

  • Infor­ma­tionen verständ­lich und neuartig darstellen
  • Über­ra­schungs­ef­fekte auslösen und Neugier wecken
  • Inter­ak­ti­vität und Dialog schaffen
  • mehrere Sinne gleich­zeitig ansprechen
  • inten­si­vere Wahr­neh­mung und stär­kere Aufmerk­sam­keit produzieren
  • Erleb­nis­welten erschaffen
  • Medien cross­me­dial verknüpfen

Noch einen Schritt weiter geht das Unter­nehmen Active Network mit ihrer REAL-SKI-App. Hier kommt AR nicht beim Sport­konsum zum Einsatz, sondern ist prak­tisch ins Skifahren inte­griert. Die App liefert inter­ak­tive Pisten­pläne auf dem Smart­phone und nutzt dafür das GPS-Signal. Der Vorteil ist, dass selbst eine schlechte Mobil­funk­ver­bin­dung in den Bergen, dem Skispaß keinen Abbruch tut.

Augmented Reality direkt integriert in die sportliche Betätigung

Sicher­lich kommt jetzt der Gedanke, ob dafür die “Google Glasses” geeignet sind. Der nächste Post auf “WE ARE AR” dreht sich um die Google-Brille und erscheint in der kommenden Woche.

Jetzt heißt es Ideen sammeln und aufmerksam Sport schauen! Lasst uns wissen, wo ihr Augmented Reality im Sport entdeckt habt oder wo ihr es gerne nutzen würdet.

Macht´s gut bis zum nächsten Post,

Dirk Schart

 

Bild­quellen: www.it-material.de (1), www.mediatecgroup.ch (2),
www.nytimes.com (3), www.rtp.com (4)

4 thoughts on “Augmented Reality verwandelt Sport in ein Erlebnis”

  1. Sehr inter­es­santer Artikel!
    Weitere gute Beispiele für Augmented Reality im Sport finden sich u.a. beim Snooker, Ruder­wett­be­werben und Wurf­dis­zi­plinen (z.B. Speer oder Diskus).
    Ich bin schon gespannt auf den Artikel zu Google Glasses.

    Herz­liche Grüsse

    Steven

    1. Hallo Steven, vielen Dank für dein Feed­back. Das freut uns!
      Die nächsten großen Sport­er­eig­nisse, wie Olym­pi­sche Spiele und
      Fußball-WM werden bestimmt noch ein paar neue Anwen­dungen bringen.
      Die nächsten Posts kommen. Viel Spaß weiterhin beim Lesen.

      Viele Grüße
      Dirk

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