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Mobile World Congress: AR und VR stehlen Smartphones die Show

Sind wir unserem Ziel – Augmented und Virtual Reality sinn­voll machen – näher denn je? Seit wir begonnen haben uns mit AR und VR zu befassen, war immer das nächste Jahr der Durch­bruch ange­kün­digt. Mitt­ler­weile dürfen die beiden Tech­no­lo­gien auf keiner großen Messe oder Show mehr fehlen. Auf der CES ging es um fast nichts anderes, beim Mobile World Congress drängen AR und VR die erfolgs­ver­wöhnten Smartphone-Produzenten an den Rand der Aufmerk­sam­keit. Wir haben in Twitter ein paar Eindrücke gesammelt.

ZUCKERBERG – “AGENT SMITH” RELOADED

Eines muss man Face­book lassen: die Insze­nie­rung bei Mark Zucker­bergs Einmarsch zur Samsung-Präsentation war perfekt. Wer hat das Bild mit einem süffi­sant lächelnden Facebook-Boss und hunderten von Gear-Jüngern nicht gesehen? Dass es sich um die Samsung-Keynote handelte war da längst vergessen.

Es ist nicht nur diese eine Szene, die den Drive von Face­book zeigt. Es ist vor allem die Präsenz und mitt­ler­weile auch Akzep­tanz, mit der Zucker­berg & Co. von der VR-Gemeinschaft wahr­ge­nommen wird. Das war nicht immer so, man erin­nere sich nur an die Tage nach dem Oculus-Kauf.

DAS “IT WILL CHANGE YOUR LIFE” PHÄNOMEN

Bei neuen Tech­no­lo­gien taucht es immer auf: “That will change your life”. Das war schon bei AR so und wir erleben es ganz massiv bei VR. Auf dem Hypecycle von Gartner lässt sich diese Phase als “Peak of inflated expec­ta­tions” ablesen: ein Hype. Die Medien bedienen das Thema ausführ­lich – auch wenn es nichts mit den eigenen Inhalten zu tun hat. Häufig führt dies zu enorm hoher Erwar­tungs­hal­tung, die in dieser frühen Phase kaum erfüllt werden kann.

Man sollte meinen, VR könnte aus den Fehlern bei AR lernen, aber dem ist nicht so. Auch bei VR ist das Motto: schnell eine Anwen­dung zimmern, egal wie, Haupt­sache dabei. Meist endet das in Enttäu­schung. AR und VR haben das Poten­zial, sich in unseren Alltag zu inte­grieren – wenn es uns einen Vorteil bringt, uns unter­hält und sich einfach bedienen lässt.

HEADSET, KAMERA UND SMARTPHONE

Und zwar genau in dieser Reihen­folge. Beim Produkt­start gab es die Samsung Gear VR für rund 200 Euro, im Weih­nachts­ge­schäft dann für 99 Euro. Jetzt dreht Samsung den Spieß um: wer ein S7-Smartphone bestellt bekommt die Gear kostenlos dazu. Manch einer, der sich bereits über­legt hat eine VR-Brille zu kaufen, holt sich jetzt die Gear VR und bekommt ein Smart­phone dazu.

Samsung hat von Anfang an verstanden, dass es nicht um das Headset sondern um das Ökosystem geht. Wohl einer der Gründe warum Zeiss mit seiner VR-Variante wenig Erfolg hat – fehlendes Ökosystem, kaum Apps zum Marktstart.

LG geht in dieselbe Rich­tung: es gibt ein Headset, eine 360-Grad-Kamera und ein Smart­phone. Es ist genau das, was Apple seit Jahren beherrscht und auch Face­book nutzt.

DATENBRILLEN ALS MOTOR FÜR AUGMENTED REALITY

Augmented Reality bietet der VR-Hype auch etwas Gutes: die erwei­terte Realität kann sich in Ruhe entwi­ckeln. Aktuell sind die Treiber für AR vor allem die Daten­brillen. Auch wenn der Alltags­ein­satz noch entfernt ist, so bieten die neuen Smart Glasses immer mehr Möglich­keiten für Augmented Reality.

Epson zeigte auf dem MWC den Nach­folger der BT-200. Die 200-er war bisher unser Favorit wenn es um Praxis­ein­satz geht. Die neue BT-300 ist leichter als ihr Vorgänger und soll mit den OLED-Displays auf Sili­zi­um­basis keinen Display­rand mehr bei der Darstel­lung von trans­pa­renten Inhalten haben.

Neben Epson zeigte auch Recon eine neue Version seiner AR-Sportbrille. Auf der CES gab es die volle Band­breite an Smart Glasses. Die Anwen­dungs­ge­biete und die Nach­frage – insbe­son­dere aus der Indus­trie – werden die Entwick­lung weiter beflü­geln. Sobald die Technik den nächsten Schritt macht werden uns die Soft Skills inter­es­sieren: die Treiber und die Hürden.

VIRTUAL REALITY FÜR HYPERLOOP MIT HTC

Die Hardware-Hersteller entde­cken Anwen­dungs­ge­biete außer­halb des Gaming-Sektors. Ob Micro­soft für die Holo­lens oder HTC für die Vive: vor allem der B2B-Bereich ist lukrativ. Als AR-Partner für Hyper­loop Trans­por­ta­tion Tech­no­lo­gies haben wir mit HTC neue Möglich­keiten für VR disku­tiert: für künf­tige Passa­giere sowie für Protoy­ping, Design und Bau des Hyperloop.

FAZIT

Kaum ein Stand ohne VR, zahl­reiche Neuvor­stel­lungen von Daten­brillen und mitten­drin Mark Zucker­berg. Der Facebook-Chef hatte schon vor zwei Jahren Augmented und Virtual Reality als die Platt­formen der Zukunft genannt. Zwei Game­de­si­gner leiten das VR-Team bei Face­book und wollen den Rift-Erfinder Oculus “social” machen. Es wird also Zeit, dass wir mehr über Anwen­dungen spre­chen anstatt über die Tech­no­logie und Hard­ware selbst. Dabei bleibt eines noch offen: was macht eigent­lich Apple?

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