Wie Augmented-Reality-Anwendungen die Immobilien-Wirtschaft revolutionieren

Sehen, Tasten, Hören: Mit diesen Sinnen erkunden wir unsere Welt. Die Eindrücke, die entstehen, wenn mehrere Sinne ange­spro­chen werden, sind bild­haft und lebendig – ganz im Gegen­satz zu reinem Text. Dennoch verbringen wir viel Zeit damit uns Infor­ma­tionen und Themen durch Lesen näher­zu­bringen. Je mehr Faszi­na­tion und Erlebnis entsteht, desto schneller nehmen wir Inhalte auf und desto länger befassen wir uns damit.

Gerade wenn es um Themen geht, die neuartig sind oder eine starke Vorstel­lungs­kraft erfor­dern, helfen uns die Möglich­keiten visu­eller Kommunikation.

Neben Bildern und Video bietet die visu­elle Kommu­ni­ka­tion auch drei­di­men­sio­nale und virtu­elle Elemente. Augmented Reality (AR) bildet die Schnitt­stelle unter­schied­li­cher Kommu­ni­ka­ti­ons­mittel und verbindet die Offline-Welt mit der digi­talen Welt. AR hat die Fähig­keit Themen und Inhalte visuell darzu­stellen und durch Einbin­dung des Anwen­ders Inter­ak­tion zu schaffen. Während ein Smart Device, wie iPhone oder iPad, auf eine gedruckte Broschüre gehalten wird, erscheinen beispiels­weise in das Print­me­dium proji­zierte Videos oder drei­di­men­sio­nale Darstel­lungen von Gebäuden. Augmented Reality kombi­niert das hapti­sche Medium “Print” mit digi­talem Content zu einem inter­ak­tiven und emotio­nalen Erlebnis.

Damit Ihr euch die Möglich­keiten von AR besser vorstellen könnt beginnen wir mit einem Video.

Die Möglich­keiten zur visu­ellen Darstel­lung mit Augmented Reality reichen vom Wohn­haus, über Firmen­ge­bäude bis hin zu kompletten Städ­te­pla­nungen. Wer bisher bereits eine Planungs-Software genutzt hat ist schnell von der Visua­li­sie­rung der dritten Dimen­sion über­zeugt. Drei Bereiche, in denen AR bereits profes­sio­nell einge­setzt wird, wollen wir näher betrachten: Projekt­pla­nung, Vermark­tung und Faci­lity Management

Projektplanung

Augmented Reality macht Projekte sichtbar und erlebbar – lange bevor sie reali­siert werden. So kann beispiels­weise ein 3D-Modell eines Gebäudes in Origi­nal­größe und lage­ge­recht auf den Bauplatz proji­ziert werden. Dadurch wird die Komple­xität des Projekts redu­ziert und die abstrakte Gebäu­de­idee zum plas­ti­schen Produkt­er­lebnis. Dies kann gerade bei großen Projekten in einem frühen Stadium zur Kommu­ni­ka­tion und damit zu einer besseren Vorstel­lung genutzt werden. Die detail­ge­treue Visua­li­sie­rung gibt eine Entscheidungs-grundlage während des Planungs­pro­zesses und hilft die Kosten des Projekts im Rahmen zu halten. In den nach­fol­genden Abbil­dungen sind Projekte sichtbar, die vor Baube­ginn visua­li­siert wurden (Bild links). Dabei wurden beispiels­weise neben den Gebäuden auch die Wasser­läufe mit Augmented Reality einge­blendet (Bild rechts).

Gannaca Smarter Cities Perspektive Gannaca Smarter Cities Interaktion

Mit Features wie der „3D-Isometrie“ können Planer und Inter­es­senten isome­trisch animierte Zeich­nungen von Objekten auf verschie­denen Ebenen betrachten und tauchen in das geplante Gebäude ein. Eine Sonnenstands-Funktion zeigt, wie die Schatten der Umge­bung je nach Uhrzeit verlaufen. Neuartig ist dabei die Live-Berechnung des Sonnen­stands durch Anbin­dung an eine Wetter-Datenbank.

Abenstein 3D-Modell Abenstein Grundrisspläne

Vermarktung von Immobilien

Neben den bereits erwähnten Funk­tionen von AR in der Planung bietet sich vor allem eine Kombi­na­tion mit Print­ex­posés an. Die Kombi­na­tion aus dem hapti­schen Print mit digi­talem AR-Erlebnis erreicht jüngere und ältere Leser glei­cher­maßen. Dafür bietet sich die Erwei­te­rung des Exposés mit Videos, Info-Einblendungen oder der Darstel­lung drei­di­men­sio­naler Objekte an (Bild rechts). Die Ansprache mehrerer Sinne sorgt für mehr Aufmerk­sam­keit und besseres Verständnis.

NuOffice Technik NuOffice Visualisierung Gebäude

Immo­bi­lien können in einer neuar­tigen und über­ra­schenden Art und Weise ange­boten werden. Der Vorteil besteht darin, dass inter­ak­tive Elemente den Inter­es­sent gezielt einbinden. Verschie­dene Perspek­tiven und zusätz­liche Einblen­dungen kann sich der Nutzer ganz nach indi­vi­du­ellen Bedürf­nissen anzeigen lassen. Dieses spie­le­ri­sche Erkunden bewirkt eine bessere Infor­ma­ti­ons­auf­nahme gepaart mit einer inten­si­veren Wahr­neh­mung im Vergleich mit reinen Print­pro­dukten. Gerade komplexe Beson­der­heiten, wie z.B. Technik, Wärme­pumpen oder Wind­kraft­an­lagen profi­tieren von der Visua­li­sie­rung mit animierten Modellen.

Facility Management

Auch in der laufenden Wartung und Betreuung der Immo­bi­lien kommt Augmented Reality zum Einsatz. Die bereits genannte Visua­li­sie­rung der tech­ni­schen Kompo­nenten unter­stützt Mitar­beiter dabei, die wesent­li­chen Bauteile zu loka­li­sieren und notwen­dige Infor­ma­tionen aktuell einge­blendet zu bekommen (Bild oben links). AR ersetzt Pläne und Doku­mente in Papier­form und verkürzt die Einsatz­zeiten. Ebenso profi­tieren neue Mitar­beiter in der Trainings- und Schlungs­phase von der visu­ellen Wissens­ver­mitt­lung. Lange Einlern­zeiten sind vorbei – die Mitar­beiter lernen on the job und mit Begeisterung.

Von der Idee zur App

Wichtig ist bei AR-Anwendungen, dass nicht nur auf den kurz­fris­tigen Wow-Effekt gesetzt wird, sondern eine Konzept­idee hinter der Umset­zung steckt. Welche Möglich­keiten der Anwender hat und wie die Bedie­nung der App funk­tio­niert sind mit die wich­tigsten Punkte für eine gelun­gene Augmented-Reality-Visualisierung. Einfach erlernbar und gut verständ­lich muss die App sein, damit sie schnell in die bestehenden Prozesse im Unter­nehmen inte­griert werden kann.

Ausblick

Unter­nehmen im Projekt- und Immo­bi­li­en­ma­nage­ment sind aufgrund der vorhan­denen Komple­xität schon immer offen für neue Entwick­lungen und Tech­niken. Verschie­dene Visua­li­sie­rungs­tech­niken im zwei- und drei­di­men­sio­nalen Bereich unter­stützen Archi­tekten und Planer bei der Vorstel­lung und Reali­sie­rung ihrer Projekte. Ein Blick in die Zukunft könnte die Kombi­na­tion der unter­schied­li­chen Tech­no­lo­gien als Entwick­lung zeigen. Je nach Bedarf und Einsatzort könnte der Nutzen gestei­gert und gleich­zeitig der Aufwand für die Umset­zungen redu­ziert werden. Weitere Entwick­lungen sind sicher­lich mit den diversen Daten­brillen, wie Google Glass oder Meta Space­glasses denkbar. Und der Umgang mit den immer größer werdenden Daten­mengen – Stich­wort Big Data – wird hinsicht­lich der Verar­bei­tung und Visua­li­sie­rung eine Aufgabe für die Zukunft sein.

Wir beob­achten die Entwick­lung weiter und berichten darüber. In eigenen Projekten, inter­es­santen Anwen­dungen in der AR-Welt und angren­zenden Tech­no­lo­gien. Ein Dank geht an dieser Stelle an Chris­to­pher Peterka von Gannaca für die Frei­gabe des Projekts “Smarter Cities”.

Macht´s gut bis zum nächsten Post,

Dirk Schart

Weiterführende Links

Gannaca Projekt­be­schrei­bung: Baupro­jekte mit AR visua­li­sieren, Hoch­tief AG, Smarter Cities Istanbul
RE’FLEKT Projekt­be­schrei­bung: Augmented Reality in der Immo­bi­li­en­ver­mark­tung, NuOf­fice München
RE’FLEKT Projekt­be­schrei­bung: Projekt­pla­nung mit Augmented Reality, Aben­stein Stadt­pla­nung “Stadt­ter­rassen Günzburg” 

Bild­quellen
Gannaca GmbH
RE’FLEKT GmbH

One thought on “Wie Augmented-Reality-Anwendungen die Immobilien-Wirtschaft revolutionieren”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *